Pop-up-Radwege in Berlin, Stuttgart und Co.

Gekommen um zu bleiben?

Immer mehr Pop-up-Radwege ploppen in deutschen Städten auf. Eine Vorreiterrolle hat dabei Berlin eingenommen. Doch die kurzfristig erschaffenen Radwege sorgen nicht nur für Begeisterung – vor allem von der Autolobby kommt Kritik.

Pop-up-Radwege sollen für mehr Fläche sorgen

Im kanadischen Toronto wurden Pop-Up-Radwege bereits 2019 eingeführt. - Quelle: Shutterstock.com

In Berlin hat es angefangen, andere Städte wie Stuttgart und Düsseldorf sind nachgezogen: Dort gibt es immer mehr Pop-up-Radwege. Diese „Einrichtung von pandemieresilienter Infrastruktur in Form von temporären Radverkehrsanlagen“ – so die amtsdeutsche Bezeichnung – findet sich auf Autospuren, die für den Autofahrer wegfallen.

Corona hat dies möglich gemacht. Die Abstandsregeln von mindestens 1,50 Euro sind auf vielen Rad- und Gehwegen nur schwer bis gar nicht umsetzbar. Hinzu kommt, dass viele Menschen von Öffentlichen Verkehrsmitteln auf das Fahrrad umgeschwenkt sind. 20 Prozent der ÖPNV-Fahrgäste nutzen nun das Zweirad. Dies zeigt ein vom Bundesbildungsministerium in Auftrag gegebener Mobilitätsreport. Also musste eine Ausweichfläche her. Pop-up-Radwege erscheinen da die ideale Lösung.

Temporäre Radwege sollen teilweise erhalten bleiben

Mehrere Kilometer dieser kurzfristig errichteten temporären Radwege schlängeln sich bereits durch die Straßen deutscher Städte. Zwei Meter sind sie in der Regel breit, mit gelben durchgehenden Markierungen gekennzeichnet und teilweise abgegrenzt durch Baken, Pylonen oder parkende Autos.

Wie lange die Pop-up-Radwege bestehen bleiben, ist unterschiedlich. In Düsseldorf soll der erste Radweg im August wieder zum Fahrstreifen für Autos werden. In Berlin hat man die Pop-up-Wege bis Ende 2020 verlängert. Doch vor allem in der Bundeshauptstadt plant man, die Radwege zumindest teilweise zu erhalten. So sollen die derzeitigen Pop-up-Radwege nach Corona wie Busspuren genutzt werden. Das heißt: Die Fahrstreifen dürfen zu bestimmten Zeiten allein von Radfahrern beradelt werden; zu anderen Zeiten dürfen auch Autos darauf fahren.

Kritik am Pop-up-Konzept für Fahrradfahrer

Was sich im ersten Moment alles plausibel und sinnvoll anhört, hat aber auch einen Haken – vor allem für die Autofahrer. Quasi über Nacht wurde ihnen in den Großstädten eine Spur weggenommen. Das trägt nicht gerade zur entspannten Verkehrslage bei. Zumal es wegen Corona aktuell auch mehr Autofahrer gibt. Hinzu kommen Absurditäten wie durchgezogene Linien, die den Radweg von der Fahrbahn trennen. Dahinter befinden sich aber Parkplätze, die nun für Autofahrer nicht mehr erreichbar sind.

Ein weiteres Problem betrifft die Kommunikation. Der Begriff „Pop-up-Radweg“ impliziert fälschlicherweise, dass die Radwege irgendwann wieder verschwinden. In einigen Fällen tun sie das aber gar nicht. Im Gegenteil: Vielerorts sollen die provisorischen Wege zu dauerhaften Radwegen umgebaut werden. So sollen die Wege nach und nach baulich verfestigt werden.

Die Initiative „Radentscheid Stuttgart“ kritisiert in der "Stuttgarter Zeitung" zudem die Umsetzung.  Viele der Pop-up-Radwege fangen im Nichts an und hören im Selbigen auf. So entstünde ein Flickenteppich von Wegen mit unterschiedlichen Sicherheitsstandards.

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