Pop-Up-Stores und die Mode

Pop-up-Stores: eine Institution im Fashion-Business

Das Konzept des Pop-up-Stores ist eng mit der Modewelt verknüpft. Kein Wunder, denn dort liegen die Anfänge der temporären Ladeneinheiten. Mittlerweile ist der Pop-up-Store zu einer festen und wichtigen Institution im Fashion-Business geworden. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Die Pop-up-Geschichte beginnt in der Modewelt

Die Pop-up-Anfänge gehen zurück bis in das Jahr 1997. Dort eröffnete Eventmanager Patrick Courrielche in Los Angeles einen Store mit dem Namen Ritual Expo, in dem ein Tag lang Szenebekleidung verkauft wurde. Das Konzept selbst prägte zwei Jahre später der Vacant-Geschäftsführer Russell Miller, der zu dieser Zeit in Tokio seinen Laden kurzfristig schließen musste, um den Bestand aufzufüllen. Daraufhin stürmten die Kunden geradezu den Shop. Aufgrund des überraschenden Erfolgs beschloss Miller, seinen bestehenden Laden endgültig zu schließen und bewusst an wechselnden Standorten immer wieder neu zu öffnen. Im Jahr 2000 eröffnete Vacant dann den ersten offiziellen Pop-up-Store in New York.

Zwischen 2003 und 2009 wurde das Konzept des Pop-up-Stores in der Modewelt immer bekannter und beliebter. Populäre Labels wie Adidas, Louis Vuitton oder Wal-Mart nutzten das neue Konzept, um Aufmerksamkeit zu generieren und Kunden zu gewinnen.

In Deutschland machte Comme des Garçons den Pop-up-Store populär. 2004 eröffnete  das japanische Modelabel den ersten Store in Berlin. In den folgenden Jahren war Comme des Garçons maßgeblich an der Prägung des Pop up-Konzepts beteiligt. Allein zwischen 2004 und 2009 eröffnete das Label weltweit insgesamt 37 Pop-up-Stores unter anderem in Basel, Beirut und Warschau.

Von Jungdesignern bis Discount-Ketten: Das Pop-up-Konzept greift um sich

Lange Zeit wurde das Pop-up-Konzept vor allem von Jungunternehmen und unbekannten Modelabels genutzt, um auf ihre Kleidung, Schuhe und Accessoires aufmerksam zu machen. Aber auch, um eine kostengünstige und risikoarme Plattform zu nutzen, um die Produkte an den Kunden zu bringen.

Mittlerweile sind selbst als weniger trendig geltende Ketten und Discounter auf den Pop-up-Zug aufgesprungen. So präsentierten Lidl und Aldi Süd im Jahr 2016 ihre neuen Modekollektionen in Pop-up-Stores und Modetrucks.

Selbst Online-Händler wie Amazon und Zalando experimentieren mittlerweile mit dem Pop-up-Konzept. So hat Amazon 2017 mit der Modemarke Calvin Klein mehrere Pop-up-Stores in Los Angeles und New York eröffnet; Zalando hatte hingegen einen vorübergehenden Store in Berlin geführt.

Startpunkt für Jungdesigner

Pop-up-Stores bieten vor allem für unbekannte und junge Modelabels einen guten Startpunkt, um ins Fashion-Business zu starten. Mit einem temporären Laden hat man die Möglichkeit, Aufmerksamkeit und Kunden zu generieren. Selbst wenn der Pop-up-Store wieder schließt, werden viele Labels die Auswirkungen noch einige Zeit lang spüren – etwa in Form von erhöhten Umsätzen im betriebenen Online-Shop oder einer erhöhten Aufmerksamkeit auf die eigenen Produkte in den sozialen Medien.

Sind die ersten Schritte im Fashion-Business getan und konnten erste Erfolge generiert werden, wird es nicht lange dauern, bis auch die bekannten Player der Modewelt auf Jungdesigner aufmerksam werden. Im Idealfall bekommt man das Angebot zu einer Kooperation. Doch selbst wenn dies nicht passieren sollte: Es in das Bewusstsein großer Player zu schaffen, ist ebenfalls als Erfolg zu werten.

Gründe für große Bedeutung in der Modewelt

Das Pop-up-Konzept lässt sich in der Modewelt in zahlreichen, individuellen Situationen anwenden – von Opening Events, über Kollektionspräsentation, Showrooms bis hin zu Pop-up-Stores zur Promotion oder zum Abverkauf von Produkten.  

Dabei müssen Pop-up-Stores nicht zwangsläufig als zeitlich begrenzte Promotion dienen, sondern können sich als langfristiger Verkaufsweg etablieren, der hohe Gewinne generieren kann. Einige Modelabels erweitern das Pop-up-Konzept bereits, indem sie ihre Produkte direkt zu den Kunden bringen. Das Unterwäsche-Label Bread&Boxers stellt beispielsweise in den USA spezielle „Minibars“ an Bahnhöfen oder Flughäfen auf. Somit werden Socken, Boxershorts und T-Shirts dorthin gebracht, wo sie benötigt werden. Gleichzeitig erhält der Kunde jederzeit Zugriff auf die Bread&Boxers-Produkte.

Durch solche besonderen Verkaufswege heben sich die Marken von der Masse ab. Sie besitzen somit ein Alleinstellungsmerkmal, mit dessen Hilfe Labels ihren Namen und ihre Produkte promoten. Aber auch der temporäre Verkauf an sich spielt eine große Rolle bei dem kreativen Marketingkonzept des Pop-up-Stores. Denn aus einer temporären Marketingkampagne entwickelt sich oftmals ein langfristiger Geschäftszweig.

Zukunftsperspektive: fester Bestandteil in der Modebranche

Pop-up-Stores ermöglichen es Designern, das eigene Mode-Business immer weiter auszubauen – und das ohne großes Risiko. Mittlerweile dürfte klar sein, dass dieses Konzept in der Modebranche keine Eintagsfliege darstellt. Im Gegenteil: Die temporären Stores sind zu einem dauerhaften Bestandteil des Verkaufsprozesses geworden.

PR-Fachmann Gérald Cohen ist sich sogar sicher, dass das Pop-up-Konzept neben dem Online-Handel zu einem der bedeutendsten Vertriebswege wird: „Die vorübergehenden Boutiquen werden dann der bevorzugte Treffpunkt der Marken mit ihren Kunden sein, die weiterhin im Internet einkaufen werden.“

Kurzum: Pop-up-Stores sind eines der beliebtesten und wohl auch effizientesten Mittel, damit sich ein Modelabel durch innovative und ausgefallene Designs, Techniken, Produkte und Rahmenkonzepte von den traditionellen Einzelhandelsmodellen loslösen und somit aus der Masse hervorstechen kann.

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