Pop-up-Stores: Worauf kommt es bei digitalen Schaufenstern wirklich an?

Digitales Schaufenster richtig gestalten

Ein Pop-up-Store muss innerhalb weniger Tage eine größtmögliche Aufmerksamkeit gewinnen. Digitale Bildschirme können hier gut eingesetzt werden, um wechselnde Angebote zu präsentieren. Aber Achtung: Gerade hinter großen Schaufensterscheiben gibt es ein Problem, das bei der Planung oft nicht bedacht wird - die direkte Sonneneinstrahlung.

Deshalb reicht ein heller Bildschirm nicht immer aus

Auch Peakmedia setzt auf Semi-Outdoor Displays in Schaufenstern. Quelle: Peakmedia/Alex Gretter

Wenn man ein digitales Schaufenster gestaltet, achtet man womöglich zuerst auf die Bildqualität und Helligkeit. Ziel ist, dass Passanten die Inhalte auch an sonnigen Tagen erkennen können. Die Helligkeit wird grundsätzlich in Nits angegeben. Für stark beleuchtete Schaufenster kommen beispielsweise Geräte mit 2500 oder 3000 Nits infrage. Allerdings bedeutet eine hohe Leuchtdichte nicht automatisch, dass ein Bildschirm dauerhaft in der Sonne funktionieren kann. Besonders hinter Glas kann sich das Gerät stark erwärmen. Deshalb spielt neben der Lesbarkeit auch die Temperaturbeständigkeit eine wichtige Rolle.

Was passiert, wenn sich ein LCD-Panel überhitzt?

Bei längerer Sonneneinstrahlung können auf einem LCD-Bildschirm plötzlich dunkle Flecken entstehen. Manchmal verschwinden sogar größere Teile der Bilddarstellung. Dieses Phänomen nennt sich “thermische Schwarzfärbung” oder “LCD-Blackening”. Es entsteht, wenn die Flüssigkristalle im Bildschirm zu heiß werden und ihre für die Bilddarstellung notwendige Struktur verlieren. Das kann sogar dann passieren, wenn die Außentemperaturen eigentlich noch angenehm sind, denn die Sonne erwärmt das Panel zusätzlich zur ohnehin entstehenden Betriebswärme.

Wie kann die High-TNI-Technologie eingesetzt werden?

Für sonnige Standorte gibt es spezielle LCD-Panels, die höheren Temperaturen standhalten. Sie werden als “High-TNI-Panels” bezeichnet. Die TNI-Temperatur beschreibt den Punkt, an dem die Flüssigkristalle ihre geordnete Struktur verlieren. Bei entsprechend ausgelegten Panels kann dieser je nach Hersteller und Paneltechnologie bei etwa 105 oder 110 Grad Celsius liegen. Die Temperaturen sind vom jeweiligen Panel abhängig und müssen immer individuell anhand des Herstellerdatenblatts peprüft werden. Wichtig ist zudem: Diese Werte beziehen sich auf das Flüssigkristall-Material. Sie bedeuten nicht, dass der gesamte Bildschirm bei solchen Umgebungstemperaturen betrieben werden darf.

Welche Technik eignet sich für digitale Schaufenster?

Bei der Auswahl professioneller Displays für Schaufenster sollten Betreiber deshalb am besten gleich mehrere Eigenschaften berücksichtigen. Neben einer ausreichenden Helligkeit sind eine temperaturbeständige Paneltechnologie, möglichst geringe Spiegelungen und eine funktionierende Wärmeableitung wichtig. Auch die Positionierung macht einen Unterschied. Ein Bildschirm, der morgens im Schatten steht, kann am Nachmittag mehrere Stunden direkter Sonne ausgesetzt sein. Vor allem bei kurzfristig angemieteten Ladenflächen ist es deshalb wichtig, die Lichtverhältnisse vor der Installation zu beobachten. Nach dem passenden Gerät sucht man am besten bei spezialisierten Anbietern für professionelle Schaufenster-Displays, wie der Multimedia Display GmbH, die individuell beraten und gleichzeitig auch die Montage fachgerecht übernehmen können.

Braucht ein Schaufenster-Bildschirm unbedingt eine hohe IP-Schutzklasse?

Die IP-Schutzklasse gibt zunächst an, wie gut ein Gerät gegen Staub und Wasser geschützt ist. IP65 steht für ein staubdichtes Gehäuse mit Schutz gegen Strahlwasser. Für Bildschirme hinter geschlossenen Schaufenstern gelten aber noch einmal andere Anforderungen als für Geräte im ungeschützten Außenbereich. Eine hohe IP-Schutzklasse sagt nichts über die Hitzebeständigkeit aus. Wichtig: Ein wettergeschütztes Display kann bei direkter Sonneneinstrahlung trotzdem überhitzen.

Was bedeutet das für die Gestaltung?

Ein digitales Schaufenster muss also nicht unbedingt extrem groß oder auffällig sein. Viel wichtiger ist, dass die Inhalte bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen gut erkennbar bleiben. Kurze Botschaften, klare Kontraste und wenige wechselnde Motive eignen sich besonders gut, um die Aufmerksamkeit von Passanten auch im Vorbeigehen zu gewinnen. Ein zentral verwaltetes System für die Bildschirminhalte schafft dabei mehr Struktur im digitalen Arbeitsalltag, weil sich Werbemotive und aktuelle Angebote einfach organisieren und bei Bedarf schnell austauschen lassen.

Vor der Eröffnung macht es außerdem Sinn, das Schaufenster noch einmal zu verschiedenen Tageszeiten auszutesten. Hier hilft die Leitfrage: Wie wirken die Inhalte am Morgen, zur Mittagszeit und am späten Nachmittag? So lässt sich schnell erkennen, ob Spiegelungen, direkte Sonneneinstrahlung oder technische Probleme die Darstellung beeinträchtigen.

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