Luxus-Brands setzen auf chinesische Kunden

Wie der chinesische Geschmack das Aussehen von Luxusgütern prägt

Während der Einzelhandel weltweit durch die Corona-Pandemie unter Druck gerät, steigen die Umsätze von Luxusgütern auf dem chinesischen Markt. Das veranlasst viele Luxus-Brands dazu, ihre Produkte an den chinesischen Geschmack anzupassen.

Der chinesische Geschmack als Status-Quo?

Cartier setzt sich in Shanghai in Szene. - Quelle: Shutterstock.com

Hersteller von Luxuswaren orientieren sich zunehmend an den Vorlieben der chinesischen Kundschaft. Schon vor der Covid-19-Pandemie war China ein attraktiver Markt für den gehobenen Einzelhandel, in der Corona-Krise entpuppen sich die chinesischen Verbraucher aber als besonders kauflustig. Während Europa, Amerika und Afrika noch mit der Bewältigung der Gesundheitskrise kämpfen, scheint Corona in China bereits überwunden. Nach monatelanger Isolierung schwelgen viele wohlhabende Chinesischen jetzt im Shopping-Fieber. Das drängt globale Marken dazu, ihre langjährigen Praktiken, Strategien und Markenidentitäten anzupassen, um chinesischen Kunden gerecht zu werden.

So hat beispielsweise die italienische Uhrenmanufaktur Officine Panerai-Firenze die Optik ihrer militärisch geprägten Armbanduhren erstmals verändert, weil chinesische Käufer Uhren mit kleinerem Radius bevorzugen.  „China wird in diesem Jahr zum ersten Mal in der Geschichte der Marke unser Absatzmarkt Nr. 1“, sagte Jean-Marc Pontroué, Vorstandsvorsitzender von Panerai, das zum Schweizer Luxuskonzerns Richemont gehört. „Jetzt, da wir eine klare Vorstellung davon haben, wie groß China für die Marke ist und wie groß die Wachstumschancen für die Zukunft sind, wissen wir, wo wir investieren müssen“. So wie Pontroué denken viele in den Vorstandsetagen der Luxus-Labels.

Bis zu 65 Prozent mehr Umsatz in China

Louis Vuitton veranstaltet seine Präsentation der neuesten Herrenkollektion im August erstmals in Shanghai, die internationale Uhrenmesse für Richemont-Marken „Watches & Wonders“ wurde erstmals von Genf nach Shanghai verlegt. Luxus-Labels wie LV, Givenchy und Chloe nutzen zudem Live-Streaming, um Produkte in China zu pushen - ein beliebtes Konzept aus dem Social Commerce, bei dem ein Influencer live spricht, Artikel bewirbt und ausprobiert. Alle großen Marken hätten in den letzten Monaten einen Umsatzanstieg verzeichnet, sagt Jason Yu, Geschäftsführer von Kantar Worldpanel Greater China. So stieg der Umsatz von LVMH in China im letzten Quartal gegenüber dem Vorjahr um mehr als 65 Prozent, während der Gesamtumsatz der Luxusgruppe um 38 Prozent zurückging. Der Umsatz von Estee Lauder Cos Inc. auf dem chinesischen Festland stieg um 60 Prozent, während Kering SA nach einem Erfolg im ersten Quartal einen Umsatzanstieg von über 40 Prozent verzeichnete. „Ich glaube, der chinesische Markt ist groß genug, um eine Produktanpassung zu rechtfertigen“, meint Yu: „Ein einheitlicher Ansatz ist weniger erfolgreich“.

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