Pop-up-Store von Scientology in München

Ausstellung in ehemaligem Luxus-Geschäft

Ein temporärer Shop im Münchner Glockenbach-Viertel zeigt eine Ausstellung über angebliche Missstände in der Kinder-Psychatrie. Wie zahlreiche Medien vermuten, handelt es sich bei dem Betreiber um eine Tarnorganisation von Scientology.

Aus Mood Store wird KVPM-Pop-Up

Deutsche Scientology-Zentrale in Berlin. Quelle: Shutterstock

Ende Juli poppte der Shop in der Reichenbachstraße auf, wie die umliegenden Ladenbesitzer und Bewohner berichteten. Von einem Tag auf dem anderen war die Luxusmarke “Mood” aus dem Geschäft verschwunden, zunächst erinnerte nur noch der Schriftzug an der Fassade an den Design Store. Die Agentur, die hinter Mood steht, wollte auf Nachfragen des Online-Portals Watson.ch angeblich nichts vom Einzug der Scientologen wissen.

Im rund 100 Quadratmeter großen Pop-Up-Store gibt es jetzt eine Ausstellung, die auf angebliche Probleme in Bezug auf den falschen Medikamentenkonsum in der Kinder-Psychatrie aufmerksam machen will. Betreiber des Ladens ist die sogenannte “Kommission für Verstöße der Psychatrie gegen Menschenrechte”, kurz KVPM. Mitglieder der Organisation sprechen Passanten auf der Straße an und lotsen sie in den Shop. Neben der Ausstellung können Besucher 14 angeblich „entlarvende“ Dokumentationsfilme zu dem Thema anschauen. Dazu gibt es Informationsmaterial und professionell gestaltete Flyer.

Verbindung zur Scientology

Laut Verfassungsschutz handelt es sich bei der KVPM um eine Tarnorganisation der internationalen Scientology, die wiederum als “Sekte mit dogmatischem politischen Alleinvertretungsanspruch” eingestuft wird. „Ein Ziel der Tarnorganisationen lautet, an die Adressen von Menschen für Scientology selbst heranzukommen“, erklärt Matthias Pöhlmann, Sektenbeauftragter der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Er selbst hat die Ausstellung bereits besucht. Dabei hätten ihm Mitarbeiter sofort eine Umfrage in die Hand gedrückt, inklusive der Frage nach seiner Adresse und Kontaktdaten. Im Kleingedruckten habe darauf gestanden, dass die Daten weitergegeben und verarbeitet würden – und zwar an Scientology.

Der aktuelle KVPM-Store ist kein Einzelfall. „Diese Läden tauchen ziemlich pünktlich einmal im Jahr auf“, erklärt ein Verfassungsschützer gegenüber Watson.ch. Er vermutet, dass die Sekte den Laden im Glockenbachviertel genauso schnell wieder verlassen wird, wie sie ihn bezogen hat, bevor eine kritische Öffentlichkeit auf den Pop-Up-Store aufmerksam wird.

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